Esslingen a.N. // The Ladies Diner

Als Burgerlover hat man es nicht immer leicht. Nach über 3 Jahren seit meinem letzten Besuch im The Ladies Diner Esslingen, beschlossen Kai und ich die Burger dort zu retesten. Es liegen für mich ca. 200 Burgerrestauranttests dazwischen, sodass meine burgerlichen Erwartungen dementsprechend gestiegen und meine burgerlichen Geschmacksnerven geschult wurden. Sitzt man dann neben zwei Kerlen die schier vom Hocker fallen, so gut finden sie die Burger dort, und man selbst schaut ebendiese an und denkt “Mhhh, ich weiß nicht so recht…”, während man auf seinen eigenen wartet, ja… dann wird einem doch wieder klar: Mainstream ist nicht mehr. Doch die ganze Geschichte lest ihr unten.

The Ladies Diner Esslingen

📌 🔗 www.theladies.de


Angebot: Burger zum selbst zusammenstellen, sowie auch Hot Dogs, Chilis oder veganes. Zudem coole Desserts wie Shakes und Cheesecake. Top: eine schöne Auswahl an Beilagen.

Bewertung

Cheeseburger mit Bacon Jam & “Ring of Cheese”
Chili Cheese Fries
Popcorn Milchshake
🍔 3/5 🍟 2/5 🍰 3,5/5

Vor drei Jahren fand ich das Diner echt cool und mal was anderes. In meiner Erinnerung gab es coole Burgerkreationen und große Beilagen. Eigentlich habe ich jetzt auch gar nicht so große Lust hier länger auszuholen oder etwas schön zu reden, denn das bringt uns an der Stelle nicht weiter: Meiner Erinnerung ist sehr getrübt und alles etwas ernüchternd. Ich habe lange überlegt, ob ich den Beitrag teilen soll oder nicht, aber hier ist er nun.

Was gleich geblieben ist: Ihr müsst euch in ein Gästebuch eintragen, wenn nicht direkt ein Tisch frei ist und dann draußen warten, bis ihr einen freigewordenen Tisch zugewiesen bekommt. Reservieren geht nicht. Bei uns war die Wartezeit noch okay: Nach 20 Minuten konnten wir uns an einem Tisch dazu setzen, an dem zu dem Zeitpunkt gerade von zwei Typen Burger verspeist wurden.

Ein Blick in die Karte verrät, dass sich diese verändert hat: man kann sich seinen Burger nun selbst zusammenstellen, was leider dazu führt, dass jede Zutat extra kostet. Auf einer Tafel stehen dennoch Namen von – wie wir dann festgestellt haben – alten Burgerkreationen. Allerdings ohne Zusatzinfo was sich hinter “Pflaumingo” und Co. verbirgt. Das empfanden wir als etwas ungünstig und mussten dann alles bei der Bedienung abfragen. Ich entschied mich für einen Cheeseburger mit Champignons und Bacon Jam und wurde anschließend gefragt ob ich wenig oder mehr Käse wollte. Natürlich gerne mehr. 😉

Die böse Überraschung dann aber bei der Rechnung: das “etwas mehr Käse” kostete 4,90€ extra. Auch auf unsere Frage hin wie groß die Chili Cheese Fries sind und ob eine geteilte Portion ausreichen würde, bekamen wir ein eindeutiges “Ja”. Auch diese Portion war sehr ernüchternd. Eine handvoll unspektäkuläre Pommes mit Käsesauce, wie aus der Tube, stand dann schließlich vor uns.

Auch die Burger waren nicht unbedingt was fürs Auge. Aufgeklappt serviert und mit dem teuren “Ring of Cheese” überschmolzen, versteckte sich gerademal 5 mm dickes Beef, welches natürlich so nicht medium gebraten werden konnte. Burger also erstmal zusammenklappen und probieren. Der Geschmack war insgesamt okay, der Käse natürlich sehr dominant, aber ziemlich geil. Das Brötchen brach allerdings und auch der Bacon Jam haute mich nicht um.

Ich war wirklich enttäuscht. Ich wusste, dass dies nie DER Burger für mich werden würde, aber so durchschnittlich hatte ich ihn nicht in Erinnerung. Auch die Atmosphäre fand ich nicht überragend. Wir saßen quasi vor der offenen Tür mit Fremden am Tisch, was mich eigentlich nicht groß stört, aber zu dem eher schlechten Burger dann nicht so entspannt war. Zudem kam die Bedienung recht oft vorbei und stellte uns nicht die Frage, ob es uns schmeckte sondern haute selbstverständlich den Satz raus. “Ist geil oder?! Nirgends schmeckt es so gut!”… Selbtstüberschätzung HELLO…

Ich weiß auch nicht so nicht, ich schreibe wirklich selten so unverblühmte Rezensionen, aber so war es nunmal.

Meine Wassermelonenlimonade schmeckte aber tatsächlich wie im meiner Erinnerung sehr gut. Da wir nach den Burgern und der geteilten Beilage aber noch genügend Platz in unseren Gourmetburgerbäuchen hatten, beschlossen wir noch die – Zitat “legendären Milchshakes” – zu testen. Kai nahm den Oroe-Shake, ich den Popcorn-Shake, bei dem mir wiederrum versichert wurde, dass niemand je einen Shake hinbekommen hatte, der wie Popcorn schmeckt. Der Geschmack war in der Tat dem von zuckrigem Popcorn sehr ähnlich. Leider tat es schon ziemlich weh für 9€ einen reletiv unscheinbaren Shake zu bekommen, den ich nichtmal richtig trinken konnte, weil so viel Vanilleeis drin war, sodass ich nur löffelte. Verglichen zu Freak Shakes mit cooler Deko und ebenso gutem Geschmack war das keine Konkurrenz und zudem noch überteuert.

Die Rechnung für Kai und mich betrug für 2 Burger, 2 Getränke, 1 Beilage und 2 Shakes 74€ sodass mir wirklich gerade nicht wirklich ein gutes Wort für den Laden übrig bleibt. Zumal das Diner am Arsch der Welt liegt. Leider kann ich euch nicht wirklich den Besuch empfehlen, wenn ihr auf Burger aus seid, wie ich sie lieben gelernt habe. Meine Review tut mir ehrlich Leid für das Diner in Esslingen, aber ihr wisst ja, wenn ihr mich fragt gibt es ehrliche Worte und das möchte ich auch so belassen. 🙂

Mit einem trändenden Burgerherzen: Macht’s gut und kommentiert gerne eure Erfahrungen aus dem Ladies Diner.

 

Bis zum nächsten Burger,
das Burgermädchen

Fettige Meinungen 2

  1. Thorsten S. aus FFM
    Antworten

    Nun Ramona Wrona alias Burgermädchen, ich bin schon etwas entsetzt über die Art und Weise deines Urteils, das du erlaubst zu fällen. Das gilt im übrigen für weitere Kritiken von dir als selbsternannte Burger-Koryphäe. Du triffst damit all die Menschen, die täglich in den Diners und Burgertempel ihr Bestes geben, viel Zeit und Energie in die Sache stecken. Du sägst damit auch an Existenzen ob Inhaber oder Angestellte. Scheint dir aber nicht in aller Selbstherrlichkeit bewusst zu sein oder du fühlst dich dafür nicht verantwortlich. Nun denn, kommen wir zum Test. Wenn ich als Gastrotester einen echten Bewertungstest durchführen würde, dann an drei Tagen in einem bestimmten Zeitintervall, genau das Gleiche und dann ohne Begleitung um mir meine eigene objektive Meinung zu machen. Es setzt auch voraus, dass ich überhaupt in der Lage Unterschiede in punkto Fleischqualität visuell zu erkennen vermag noch die Geschmacksknospen in der Lage sind Qualitätsmerkmale, Raffinesse etc. zu erkennen. Inzwischen dürfte ich in meinem Büchlein gut und gerne 800 Burgerbratereien in Deutschland, Österreich, Niederlande, Schweden, Finnland, Spanien, Portugal, England gelistet haben, da ich seit 15 Jahren dort berufsmässig durch die Lande ziehe. Ja es gab Anbieter, die im Grunde genommen gleich geschlossen werden sollten. Ansonsten ist es je nach Land und dem dortigen Angebot sehr unterschiedlich in Sachen Qualität, Preis usw. Ach ja, mit kommt in den Sinn, dass du mit betriebswirtschaftlichem Denken nicht viel am Hut hast, das würde Dir in etwa die Preispolitik und den Blick hinter den Burger eröffnen. Aber noch hast Du ja Lebenszeit um dies auf die Spur zu bringen. So wäre doch mal ein Vergleich mit den Steetfood Angeboten und den Burgeranbietern in punkto Aufwand, Leistung, Marge, Qualität, PRODUKTBEZUG (Regional, Discounter, Großmarkt, Metzger…) eine unglaubliche Erfahrung in Sachen, das nutzen was uns der „liebe Gott” gegeben hat.

    Habe Deinen Test mit einem guten Esser und mir in dem Ladies Diner vorgenommen und einen sehr weiten Umweg dafür in Kauf genommen. Ja, das mit dem ins Buch eintragen ist gewöhnungsbedürftig hat aber auch seinen Charme wie in einem guten Restaurant. Was die Qualität der Speisen betrifft, fanden wir es sehr gut. Die Shakes sind zwar mächtig aber sowas von deliziös, das mir der Preis ehrlich gesagt am Arsch vorbei ging. Hier zählt Lebensfreude solange ich mir diese noch leisten kann und gesundheitlich mir das erlauben darf.

    In punkto Preis liegt das Ladies Diner im oberen Segment mit sehr gutem Preis-/Leistungsverhältnis und dazu gehört auch mehr als nur die reine Betrachtung der Speisen und Getränke. In anderen Diner habe ich schon deutliche mehr liegen lassen und war über das Essen wie den Service etc. enttäuscht.

    Am Ende bliebt nur zu sagen, die Schreibfehler schenk ich dir, da ich auf dem Smarty bei schaukelnder Fahrt im Frischetruck mit meinen dickeren Fingern nicht die optimalen Voraussetzungen habe. Du bist jung und brauchst die Aufmerksamkeit, wie die ganzen Influencer dieser Welt, die im Grunde genommen kein Ass braucht, da dahinter in 99% der Fällen der Zweck steht – ich das ganze Geld, Ihr die Klickratten.

    5 Juli, 2018
    • Romy Burgermädchen
      Antworten

      Hallo Thorsten S.,
      danke für die Zeit, die du in diesen Kommentar gesteckt hast.
      Du hast richtig festgestellt, dass dies hier mein Hobby ist. Ich erläutere hier allein meine Eindrücke und beschreibe den Burger, den ich in der jeweiligen Location gegessen habe. Mir ist sehrwohl bewusst, dass die Geschmäcker verschieden sind, so esse ich aber z.B. meinen Burger gerne medium. Wenn ich den Burger also so bestelle, das Fleisch frisch ist und demnach medium serviert werden kann, dann erwarte ich dies auch. Erst recht in einem Diner, dass von allen Seiten sehr viel Lob erhält. Ich konnte diese Erfahrung leider (zum wiederholten Male) nicht machen. Dies aber nur um ein Beispiel zu nennen. Leider ist es mir auch meist nicht möglich einen Burger zeitnah mehrmals zu testen, da ich jeden Burger selbst finanziere und dies sonst den Rahmen eines Hobbies sprengen würde. ich denke dass dies all meinen Lesern klar ist und sie bei Unklarheiten nachfragen, sollten sie etwas an meinen Rezensionen nicht verstehen.

      Ich finde es hammer wie viele Burger du schon proniert und für dich dokumentiert hast. Gibt es denn irgendwo auch einen Ort an dem du deine burgerlichen Eindrücke teilst? Gerne würde ich da mal vorbei schauen. Ansonsten aber wünsche ich dir weiterhin viel Spaß beim Erkunden burgerlicher Adressen.

      Mit freundlichen burgerlichen Grüßen
      Romy

      16 Juli, 2018

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